Barrierefrei umbauen
Barrierefrei heißt nicht Krankenhaus. Es heißt: bequem — heute und in zwanzig Jahren.
Das Wichtigste in Kürze
- Bodengleiche Dusche, Bewegungsfläche und Haltegriffe sind der Kern.
- Vieles lässt sich heute vorbereiten und später nachrüsten.
- Zuschüsse gibt es — der Antrag muss vor Baubeginn gestellt sein.
Was barrierefrei im Bad bedeutet
Barrierefrei ist kein Stil, sondern ein Maßstab: Das Bad soll sich ohne Hilfe nutzen lassen — mit Rollator, mit Rollstuhl, nach einer Operation oder einfach mit weniger Kraft in den Beinen. Die Maße dafür stehen in der DIN 18040-2. Sie sind eine Orientierung; in einem bestehenden Bad lässt sich nicht jedes Maß erreichen, aber jedes erreichte Maß hilft.
Maße nach DIN 18040-2
- Bewegungsfläche vor Dusche, WC und Waschtisch
- 120 × 120 ZentimeterRollstuhlgerecht 150 × 150 Zentimeter. Die Duschfläche darf angerechnet werden.
- Dusche
- bodengleich, höchstens 2 Zentimeter SchwelleMit rutschhemmendem Belag.
Angaben aus Sekundärquellen zur DIN 18040-2; maßgeblich ist der Text der Norm. Was in Ihrem Bad erreichbar ist, zeigt das Aufmaß.
Quelle: nullbarriere.de und kaldewei.de zur DIN 18040-2
Wer die Bewegungsflächen einmal mit dem Zollstock im eigenen Bad absteckt, versteht schnell, warum die Wanne so oft im Weg ist: Sie nimmt genau die Fläche ein, die vor der Dusche frei sein sollte.
Die wichtigsten Maßnahmen
Nicht alles muss auf einmal geschehen. Die folgenden Maßnahmen bringen den größten Nutzen — und lassen sich einzeln oder zusammen umsetzen.
- Wanne raus, Dusche rein: Eine übliche Wannennische reicht für eine bodengleiche Dusche mit Platz zum Stehen und Sitzen
- Rinne und Gefälle so legen, dass kein Wasser in den Raum läuft — ohne Duschtasse, ohne Stufe
- Wände für Haltegriffe verstärken, auch wenn die Griffe erst später kommen
- Armaturen mit langem Hebel oder Thermostat, damit sich das Wasser ohne Kraft und ohne Verbrühen regeln lässt
- Licht ohne Schatten am Spiegel und in der Dusche; Schalter und Steckdosen in erreichbarer Höhe
- Tür nach außen öffnend oder als Schiebetür, damit im Notfall niemand den Zugang blockiert
Der Umbau von Wanne zu Dusche ist der Schritt, der in den meisten Bädern zuerst ansteht. Was er umfasst, steht auf der Seite zur Teilsanierung; Richtwerte zur Dauer stehen im Dauer-Artikel.
Barrierefrei ohne Klinik-Anmutung
Die Sorge ist verständlich: Wer an barrierefrei denkt, hat weiße Kunststoffgriffe und Krankenhausfliesen vor Augen. Das war einmal. Heute ist ein barrierefreies Bad von einem anderen gut geplanten Bad kaum zu unterscheiden — es ist nur bequemer.
Haltegriffe gibt es in Messing, Schwarz und Edelstahl, passend zur Armatur. Rutschhemmende Fliesen sehen aus wie jede andere Fliese; der Unterschied liegt in der Oberfläche, nicht im Aussehen. Ein Duschsitz kann ein Klappsitz aus Holz sein, keine Krankenhausbank. Und eine bodengleiche Dusche mit Glaswand wirkt großzügiger als jede Wanne.
Die Bewegungsfläche, die die Norm verlangt, ist zugleich das, was ein Bad ruhig und aufgeräumt wirken lässt. Barrierefreiheit und gute Gestaltung wollen dasselbe: Platz.
Zuschüsse
Wenn ein Pflegegrad vorliegt, beteiligt sich die Pflegekasse an Umbauten, die das Wohnen zu Hause erleichtern. Das gilt schon ab Pflegegrad 1, und der Umbau von Wanne zu Dusche ist ein klassischer Fall.
- Zuschuss der Pflegekasse
- bis zu 4.180 Euro je MaßnahmeAb Pflegegrad 1. Der Antrag muss vor Baubeginn gestellt sein; Sie stellen ihn selbst bei Ihrer Pflegekasse.
Höhe und Voraussetzungen vor der Antragstellung prüfen; die Beträge werden angepasst.
Quelle: gesetze-im-internet.de, § 40 Absatz 4 SGB XI, abgerufen am 05.09.2026
Für den Antrag braucht die Pflegekasse einen Kostenvoranschlag. Ein Festpreis-Angebot mit klar beschriebenem Umfang eignet sich dafür gut, weil es genau benennt, was gebaut wird und was es kostet.
KfW- und Landesprogramme für altersgerechtes Umbauen ändern sich; in manchen Jahren gibt es Zuschüsse, in manchen nur Kredite, manchmal beides. Beim Termin nennen wir den Stand, den wir kennen — verbindlich Auskunft geben die Förderstellen selbst.
Ohne Pflegegrad bleibt der Umbau eine Investition in die nächsten Jahre. Sie ist oft günstiger als ein späterer Notumbau unter Zeitdruck — und sie zahlt sich jeden Tag aus, nicht erst im Ernstfall.
Jetzt vorbereiten, später nachrüsten
Wer heute saniert, muss nicht heute alles einbauen. Aber einige Punkte kosten während des Umbaus wenig und später viel: Wandverstärkungen für Haltegriffe, Leerrohre für Licht und Notruf, eine breitere Tür, eine bodengleiche Dusche.
Eine bodengleiche Dusche ist für alle bequem — für Kinder, für Gäste, für den Rücken beim Putzen. Sie ist heute die übliche Lösung in neuen Bädern und keine Sonderausstattung für das Alter.
Deshalb der Rat: Planen Sie diese Punkte mit ein, auch ohne aktuellen Bedarf. Bei einer Komplettsanierung gehören sie von Anfang an in die Planung.
Was Sie vielleicht noch fragen
Wie groß muss die Dusche sein?
Mindestens 120 × 120 Zentimeter Bewegungsfläche, rollstuhlgerecht 150 × 150 Zentimeter — als Orientierung nach DIN 18040-2. In bestehenden Bädern zählt, was das Aufmaß hergibt.
Zahlt die Pflegekasse auch ohne Pflegegrad?
Nein. Der Zuschuss setzt mindestens Pflegegrad 1 voraus. Ohne Pflegegrad kommen je nach Jahr Programme von KfW oder Land in Frage.
Muss der Boden für eine bodengleiche Dusche raus?
Oft nur im Duschbereich. Entscheidend ist die Aufbauhöhe: Ablauf und Gefälle brauchen Platz im Boden. Im Altbau prüfen wir das vor Ort, bevor etwas versprochen wird.
Passende Artikel
- Kosten
Was kostet eine Badsanierung?
Woraus sich der Preis zusammensetzt und woran Sie ein Angebot erkennen.
Artikel lesen5 Minuten Lesezeit - Dauer
Wie lange dauert eine Badsanierung?
Bauzeiten als Richtwert, was vorher passiert und wie Sie die Zeit ohne Bad überbrücken.
Artikel lesen4 Minuten Lesezeit
Wir schauen uns Ihr Bad an und sagen, was geht.
Termin vor Ort anfragen — Aufmaß, Maße und Möglichkeiten in einem Gespräch.