Badsanierung im Altbau
Im Altbau entscheidet nicht der Katalog, sondern der Bestand. Wer ihn vorher anschaut, spart sich die Überraschung mitten im Umbau.
Das Wichtigste in Kürze
- Leitungen, Estrich und Untergrund bestimmen, was möglich ist — nicht der Grundriss auf dem Papier.
- Manches zeigt sich erst beim Öffnen. Deshalb steht im Angebot, was gilt; unerwartete Bausubstanz wird als Nachtrag gesondert berechnet.
- Ein Tag mehr für Vorarbeit ist billiger als eine Woche Stillstand.
Was im Altbau anders ist
Ein Bad im Neubau wird geplant und gebaut. Ein Bad im Altbau wird geplant, geöffnet und dann noch einmal geplant. Der Unterschied liegt nicht im Geschmack, sondern in vier Dingen: den Leitungen, dem Fußbodenaufbau, den Wänden und der Elektrik.
Vier Punkte, die den Umbau bestimmen
- Leitungen: In Häusern, die mehrere Jahrzehnte alt sind, liegen oft Rohre aus verschiedenen Zeiten nebeneinander. Wo Wasser und Abwasser neu verlegt werden müssen, wächst der Umfang — und mit ihm die Zeit.
- Fußbodenaufbau: Wie viel Höhe über der Rohdecke zur Verfügung steht, entscheidet über die bodengleiche Dusche. Das zeigt erst das Aufmaß, manchmal erst der erste Stemmschlag.
- Wände: Alte Wände stehen selten im Lot und sind selten in der Fläche eben. Großformatige Fliesen und fugenlose Flächen brauchen beides — also Vorarbeit.
- Elektrik: Fehlt der Schutzleiter oder der Fehlerstromschutzschalter, gehört das in die Sanierung. Ein neues Bad an einer alten Leitung ist kein fertiges Bad.
Welche Arbeiten in welcher Reihenfolge laufen und wer sie ausführt, steht auf der Seite zu den Leistungen. Im Altbau verschiebt sich dabei das Gewicht nach vorn: Abbruch, Leitungen und Untergrund brauchen mehr Zeit als im Neubau, die Montage am Ende gleich viel.
Was beim Öffnen auftaucht
Hinter Fliesen und unter Estrich liegt die Geschichte des Hauses. Das meiste davon ist harmlos, einiges kostet Zeit, und ein paar Dinge sollten Sie kennen, bevor der erste Hammer ansetzt.
- Feuchte Stellen an der Duschwand: Wo jahrzehntelang Wasser durch eine Silikonfuge gewandert ist, ist der Putz mürbe. Dann wird abgeschlagen, getrocknet und neu aufgebaut.
- Holzbalkendecke: Sie trägt anders als eine Betondecke und verlangt einen eigenen Aufbau — auch für die Abdichtung. Das ist üblich, muss aber geplant sein.
- Keine Abdichtung unter den alten Fliesen: In älteren Bädern ist sie oft nicht vorhanden. Neu kommt sie in jedem Fall dazu.
- Alte Kleber und Bodenbeläge: Material aus den 1960er- bis 1980er-Jahren kann Asbest enthalten. Im Verdachtsfall wird eine Probe im Labor geprüft, bevor jemand daran arbeitet — und nicht danach.
Ein Fund ist kein Grund zur Eile. Er ist ein Grund, kurz anzuhalten, ihn anzusehen und dann zu entscheiden. Genau dafür gibt es den einen Ansprechpartner.
Festpreis und Nachtrag
Ein Festpreis ist kein Versprechen, dass nichts Unerwartetes passiert. Er ist ein Versprechen, dass der vereinbarte Umfang zum vereinbarten Preis ausgeführt wird. Was dazugehört, steht im Angebot; was nicht darin steht, gehört nicht dazu. Welche Punkte wir aufführen, lesen Sie im Artikel Was ein Festpreis enthält.
Zeigt sich nach dem Öffnen Bausubstanz, mit der niemand rechnen konnte — eine feuchte Wand, eine Leitung an unerwarteter Stelle —, wird das als Nachtrag gesondert berechnet. Sie erfahren vorher, was es bedeutet, und entscheiden dann.
Drei Fragen an jedes Angebot für ein Altbau-Bad
- Sind Abbruch und Entsorgung aufgeführt, einschließlich des alten Bodenaufbaus?
- Steht darin, ob Wasser- und Abwasserleitungen im Bad erneuert werden?
- Wird die Abdichtung genannt — und nicht nur die Fliese darüber?
Reihenfolge und Dauer
Die Reihenfolge ist im Altbau dieselbe wie überall: Abbruch, Leitungen, Untergrund, Abdichtung, Oberflächen, Montage, Abnahme. Anders ist, dass zwischen die Schritte Wartezeit tritt. Putz, Estrich und Abdichtung brauchen Trocknung, und diese Tage lassen sich nicht abkürzen, ohne den Schaden von morgen einzubauen.
Was das für den Kalender heißt, steht im Artikel Wie lange dauert eine Badsanierung. Für den Altbau gilt: Planen Sie die Vorarbeit großzügig und die Montage knapp — nicht umgekehrt.
Den Ablauf mit den vier Schritten von der Planung bis zur Übergabe finden Sie auf der Seite zum Ablauf.
Was vor dem ersten Termin geklärt sein sollte
Vor dem Termin vor Ort
- Wohnung im Eigentum: Gehört die Steigleitung zum Gemeinschaftseigentum? Dann braucht ein Eingriff dort die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.
- Mietwohnung: Der Vermieter muss dem Umbau zustimmen, bevor geplant wird.
- Unterlagen: Alte Grundrisse, Bestandspläne oder Rechnungen früherer Arbeiten helfen beim Aufmaß.
- Zugang: Wo kann ein Fahrzeug halten, wie kommt das Material ins Haus, gibt es einen Aufzug?
- Ausweichmöglichkeit: Gibt es ein zweites WC oder eine Dusche in der Nähe, falls es eng wird?
Beim Termin vor Ort sehen wir uns den Bestand an, messen auf und klären diese Punkte gemeinsam. Der erste Termin vor Ort ist kostenlos.
Was Sie vielleicht noch fragen
Geht eine bodengleiche Dusche im Altbau?
Oft ja. Es hängt an der Höhe über der Rohdecke und daran, wohin das Abwasser läuft. Was das im Einzelnen bedeutet, steht im Artikel zur bodengleichen Dusche.
Müssen im Altbau immer alle Leitungen neu?
Nein. Erneuert wird, was im Bad liegt und dem Umbau im Weg ist oder am Ende seiner Zeit ist. Die Steigleitung im Schacht bleibt oft, wo sie ist — dort entscheidet auch die Eigentümergemeinschaft mit.
Was passiert, wenn hinter den Fliesen Feuchte auftaucht?
Die Stelle wird geöffnet, getrocknet und neu aufgebaut. Sie erfahren vorher, was das an Zeit und Kosten bedeutet; unerwartete Bausubstanz läuft als Nachtrag.
Brauche ich eine Genehmigung für die Badsanierung?
Für ein Bad innerhalb der Wohnung in der Regel nicht. Zustimmung brauchen Sie, wenn Sie Miete zahlen oder wenn Gemeinschaftseigentum betroffen ist — etwa die Steigleitung.
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